Skrifum Jon Balke

Album Info

Album Veröffentlichung:
2025

HRA-Veröffentlichung:
28.02.2025

Label: ECM Records

Genre: Jazz

Subgenre: Contemporary Jazz

Interpret: Jon Balke

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1 Sparks 04:05
  • 2 Traces 02:41
  • 3 Lines 02:54
  • 4 Streaks 04:08
  • 5 Lanes 04:07
  • 6 Strand 02:40
  • 7 Stripes 04:14
  • 8 Ductus 02:15
  • 9 Rifts 04:22
  • 10 Caligraphic 01:21
  • 11 Syllables 04:34
  • 12 Kitabat 02:38
  • 13 Skrifum 02:16
  • 14 Tegaki 05:11
  • Total Runtime 47:26

Info zu Skrifum

Mit “Skrifum” setzt Jon Balke seine Reihe experimenteller Solo-Klavieralben fort, in der bereits “Warp” (2016) und “Discourses” (2020) erschienen sind. Auch dort manipulierte er die akustische Umgebung, in der seine Musik zu hören war. Doch diesmal geht er noch einen Schritt weiter, wie schon die ersten Töne deutlich machen. Zogen sich durch die Klaviermusik von “Discourses” wie ein roter Faden subtil collagierte “field recordings”, die wie unterschwellige Botschaften aus der Außenwelt wirkten, so ist “Skrifum” in sich geschlossener, eine tiefer gehende Reise in das Klanguniversum des Klaviers selbst.

Balkes neue Solomusik ist mit Hilfe eines elektronischen Audiowerkzeugs namens Spektrafon entstanden, einer Software zur Live-Audiobearbeitung, die er zusammen mit Anders Tveit, Professor für Technologie an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo, entwickelt hat. Mit diesem Interface kann er nun den Klang des Klaviers direkt und in Echtzeit verändern, indem er Frequenzen herauszieht und sie als Oberton-Akkorde, glitzernde Oberton-Schauer oder unheimliche Borduntöne aufrechterhält. Der aktivierte, energiegeladene Nachhall liefert so neues Material für improvisierte Interaktionen und Dialoge, oft mit sehr schönen Ergebnissen.

“Skrifum” ist Isländisch und bedeutet “schreiben”. Ein durchaus passender Titel für dieses Album, denn all die Melodielinien und Klänge, die Balke behutsam auf ihm formt, haben bei aller technischen Raffinesse eine fast kalligraphische Qualität: Er schreibt, zeichnet und entwirft die Musik im wechselnden Licht und den immer länger werdenden Schatten, die das bearbeitete Material wirft.

“Das Spektrafon wirft Klänge auf eine Weise zurück, die viel Raum beansprucht”, sagt Jon Balke. “Deshalb nutze ich die Gelegenheit, um meist monophon zu spielen und mich auf jede einzelne Note, ihr Gewicht und ihre Position im Klangbild zu konzentrieren.”

Jon Balke, der sein ECM-Debüt 1975 auf Bassist Arild Andersens erstem Album “Clouds In My Head” gab, gilt weithin als einer der einfallsreichsten Musiker Skandinaviens. Als Pianist, Keyboarder, Perkussionist, Komponist, Arrangeur und Improvisator hat er sich schon in einer Vielzahl stilistischer Kontexten präsentiert – das Spektrum reicht von Soloauftritten bis hin zu Aufnahmen als Leader oder Co-Leader unterschiedlichster Formationen. Zu letzteren gehören die transkulturelle Band Siwan, deren Musik von der Poesie des mittelalterlichen Andalusien (al-Andalus) inspiriert ist, das Perkussionsensemble Batagraf, das Magnetic North Orchestra, die “kleine Bigband” Oslo 13 und das Improvisationstrio Jøkleba (mit Audun Kleive und Per Jørgensen). Balke war zusammen mit Arild Andersen, Jon Christensen, Nils Petter Molvær und Tore Brunborg Gründungsmitglied von Masqualero und wirkte auch an ECM-Aufnahmen der Sängerin Sidsel Endresen, des Trompeters Mathias Eick und des Perkussionisten Miki N’Doye mit. Er komponierte zahlreiche Werke für Jazzgruppen und Ensembles für zeitgenössische Musik und schrieb Musik für Film, Theater, Ballett und die Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern. Als Sideman spielte er mit Archie Shepp, Jon Hassell, John Surman, George Russell, Enrico Rava, Airto Moreira und vielen anderen.

Skrifum wurde im November 2023 bei Village Recording in Kopenhagen aufgenommen, in den Bavaria Musikstudios in München bearbeitet und von Manfred Eicher und Jon Balke produziert.

Jon Balke, Klavier, Spektrafon

Recorded November 2023, The Village Recording, Copenhagen




Jon Balke
Der norwegische Pianist Jon Balke stieß schon früh zum Kreis der ECM-Künstler: erstmals hören konnte man ihn 1975 als nicht einmal 20jährigen auf Arild Andersens Album “Clouds In My Head” (ECM 1059). Während Balke anfänglich nur in den Bereichen Jazz und World Music tätig war, komponiert er mittlerweile auch viel Musik für Theater- und Tanzaufführungen, Kammerensembles und Sinfoniettas. Seit 1992 ist er Leiter des Magnetic North Orchestra, mit dem er für ECM die Alben “Further” (ECM 1517 / 1993), “Kyanos” (ECM 1822 / 2001) und “Diverted Travels” (ECM 1886 / 2003) aufnahm. Außerdem war er der Initiator des Batagraf-Projekts, mit dem er 2005 das Album “Statements” (ECM 1932) vorlegte, spielte für das Label 2006 sein Pianosoloalbum “Book Of Velocities” (ECM 2010) ein und produzierte das Album “Tuki” (ECM 1971) des afrikanischen Perkussionisten Miki N’Doye.

Sängerin Amina Alaoui wurde im marokkanischen Fez geboren. Ihr musikalischer Werdegang ist fest in der marokkanischen Gharanati-Tradition verwurzelt, die starke Verbindungen zum portugiesischen Fado, dem spanischen Flamenco und der al-Ándalus-Musik aufweist.

Der aus Memphis stammende Trompeter Jon Hassell fand nach Studien bei Stockhausen und dem indischen Gesangsmeister Pandit Pran Nath Zugang zur New Yorker Minimalistenszene und schuf danach seine sogenannte “Fourth World”-Musik - eine Musik, die Hassell selbst einst als“ ein sinnliches Koordinatensystem” beschrieb, “in dem sich für die Balance zwischen uralter Weisheit und neuesten Technologien organische Formen finden lassen”. Mit seinem 1983/84 aufgenommenen Album “Power Spot” (ECM 1327), das letztes Jahr in der Reihe “ECM Touchstones” wieder neu aufgelegt wurde, übte Hassell auf weite Bereiche der zeitgenössischen Musik großen Einfluß aus. Mit “Last Night The Moon Came Dropping Its Clothes In The Street” (ECM 2077) brachte der Trompeter gerade erst ein neues Album bei ECM heraus.

Der virtuose Violinist Kheir Eddine M’Kachiche ist Algerier. Aufbauend auf der Tradition der arabisch-andalusischen Musik fand er in Zusammenarbeiten mit Amina Alaoui und Barrio Chino sowie in jüngster Zeit auch Cheb Khaled und Jon Hassell zu seiner eigenen Stimme.

Obwohl er erst 37 Jahre alt ist, gilt Bjarte Eike schon als Veteran der Frühen Musik. Nach Studien in Bergen und London etablierte er sich in Kopenhagen schnell als führender Violinist für Frühe Musik. Er ist u.a. Mitglied von Jon Balkes Magnetic North Orchestra und leitet seit 2005 das Ensemble Barokksolistene (Barocksolisten).

Der aus Teheran stammende Pedram Khavar Zamini spielt auf seiner persischen Tombak-Handtrommel (die teilweise auch unter den Namen Tonbak, Dombak, Donbak oder Zarb bekannt ist) sowohl traditionelle als auch moderne Rhythmen. Er gilt als moderner Meister der persischen klassischen Musik.

Den norwegischen Perkussionisten Helge Norbakken kennt man in ganz Europa durch sein Zusammenspiel mit den Sängerinnen Mari Boine und Maria João. Norbakken ist ein profunder Kenner der Rhythmen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und der Jazztradition. Mit Balke arbeitete er zuvor schon im Magnetic North Orchestra und beim Projekt Batagraf zusammen.

Der deutsche Lautenspieler Andreas Arend war Schüler von Nigel North und ist ebenso sehr für seine Flexibilität wie für seine Virtuosität bekannt. Er spielt vor allem mit bekannten Barock- und Renaissancemusik-Ensembles.

Booklet für Skrifum

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