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The ACT Jubilee Concert


Label: ACT
Release: 2012
Genre: Jazz
Contemporary Jazz
$ 20.00

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Der Songtitel
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Gesamtzeit: 1:03:16 Min
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  • Jazz
    Eine glückliche
    Familie
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    Danielsson / Landgren / Pohjola / Wollny / Bonacina / Haffner
    ACT
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Ein Musiklabel ist wie eine Familie. Um sich richtig gut nach außen darzustellen, braucht sie eine dynamische Rollenverteilung, braucht einen Patriarchen und die Dame des Hauses, dazu eine klassische Nachkommenreihe mit dem Erstgeborenen, der den Laden schmeißt, mit ausgleichenden Brüdern und schwarzen Schafen. Auch eine Schar von Enkeln, jung, wuselig und voller unverbrauchter Energie ist unverzichtbar.

Die Rolle des Familienoberhaupts gehört Siggi Loch, der bei dieser Geburtstagsfeier schweigt und genießt und gerade damit demonstriert, dass sich auch in seinem 72. Lebensjahr alle Kompassnadeln des Labels an ihm ausrichten. Als Dame des Hauses fällt Cæcilie Norby ein ganz anderes Gewicht zu, als man das von einer Sängerin gewohnt ist, sie setzt den Ton für all die verschiedenen Dinge, die in solch einer Familie passieren, für harmonischen wie für die schrilleren, vom betörenden Hauch einer Circe bis zum Urschrei der Dämonen gibt sie die komplette Palette in die Runde.

Dann ist da die Generation der Söhne, Musiker wie Nils Landgren in der Rolle des Thronfolgers, der in gewohnt lässiger Manier durch den Abend führt und mit diesem unnachahmlich warmen, weichen Ton auf der Posaune Lichtlein funkeln lässt.

Daneben die Brüder im musikalischen Geiste, der stoische Melancholiker Lars Danielsson am Kontrabass, der noch jedem verwirrten Klang eine Melodie abringt, das Groovemonster Wolfgang Haffner, der mal eben lässig demonstriert wie sehr er der Musik auch im unteren Dezibelbereich Zunder geben kann, und der Gitarrist Nguyên Lê, der vor zwanzig Jahren als erster Musiker einen Exklusiv- Vertrag mit dem Label abschloss, dessen Paragraphen noch heute gelten.

Schließlich die Enkel: die Pianisten Leszek Możdżer und Michael Wollny, zwei grundverschiedene Musiker- temperamente, der eine chopinesk in romantischen Wärmeströmen rührend, während der andere mit kühler Präzision an den Begrenzungen seiner Spielfelder rüttelt und noch in den organisiertesten Standards zeigt, dass im Feld der Musik nichts sicher und in Stein gemeißelt, dass hier alles im Fluss ist. Natürlich fechten diese beiden ihre Kabale aus, reiben aneinander in Klaviersoli und Tastenduetten an Flügel und Rhodes, und machen sich einen Spaß daraus, im Spiel die Instrumente zu tauschen, so bruchlos und dramaturgisch präzise, dass die Wechsel auf der Aufnahme nur mit Mühe auszumachen sind. Dazu weiten die Baritonsaxofonistin Céline Bonacina, eine zarte Virtuosin mit massivem Wumms und der Trompeter Verneri Pohjola, der mit seiner reichhaltigen Klangfarbenpalette Fühler in die verschiedenen Epochen der Jazzgeschichte ausstreckt, das von diesem Label abgesteckte Feld in Richtung der aktuellen Spielweisen des Jazz ab.

ACT präsentiert sich als ein Jazzlabel, eines das beides kann: die musikalische Gegenwart befruchten und sie mit den Vorlieben des Publikums versöhnen. Das ist die Botschaft, und dafür stellte die Jubliäumstour ein üppiges Menü auf die Bühne. Das große Programm, mit bollernden Tutti, mit Klaviersoli und Tastenduetten, mit Trios und Quartetten, die in den Räumen zwischen Funk- und Kammerjazz das Licht anschalten und einem gekonnt ausgewuchteten Spannungsbogen. So umgarnt man sein Publikum, abwechslungsreich, kurzweilig, clever. Der Höhepunkt blieb dem Rock’n’Roll vorbehalten: in der Rolle des schwarzen Schafs der Familie weidet Nguyên Lê die klassischen Riffs und die Bluesakkorde von „Purple Haze“, während Haffner den Backbeat zermalmt. Großes Hexengebräu, tolle Familie.

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  • Nils Landgren
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